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Wie ich mir den Traum vom Reisen und Arbeiten von unterwegs mit Hund im Mini-Camper erfüllt habe 

Seit ich das erste Mal vom Digitalen Nomadentum gehört habe, war ich Feuer und Flamme: Unterwegs sein, viele schöne Orte sehen und am Laptop Geld verdienen!

Ich habe schnell entschieden, dass das genau das ist, was ich für mein Leben will: Ortsunabhängigkeit, Selbstständigkeit und gleichzeitig die Welt bereisen

Nach viel Recherche in Blogs und YouTube-Videos wurde mir klar, dass es der einfachste Weg für mich war, meinen Offline-Job als Dozentin für Deutsch als Fremdsprache von nun an online auszuüben.

Noch während meiner Zeit in China, als ich an der Universität Fuzhou meine lieben chinesischen Studenten auf ihr Studium in Deutschland vorbereitete, erstellte ich mein Lehrerprofil auf italki und nahm ein Vorstellungsvideo auf.

Seit April 2017 ist dieses Profil und alle Bewertungen, die mir meine Schüler gegeben haben, öffentlich einsehbar: mein Lehrerprofil auf italki. Ich habe einen Bericht darüber geschrieben, wie man auf italki Geld verdienen kann.

Ein Glücksfall: Mein Hund Lucky kommt in mein Leben 

Mein kleiner Pudelwelpe Lucky
Liebe auf den ersten Blick

Als ich eines Nachmittags nach Feierabend durch die Straßen Fuzhous nach Hause ging, entdeckte ich den kleinen Lucky.

Er saß in einem kleinen Nagerkäfig, die kleinen Pfötchen standen auf dem Gitter.

Normalerweise lief ich an solchen fürchterlichen Szenen vorbei, doch an diesem Tag hob ich das kleine Hündchen aus dem Käfig, setze es auf meinen Schoß und es war um mich geschehen.

Schockverliebt!

Am nächsten Tag kaufte ich ihn frei und seit diesem Tag, dem 27. November 2015, sind wir unzertrennlich.

Wie ich den kleinen dann nach Deutschland gebracht habe, habe ich in diesem Beitrag erklärt. Die anstrengende Reise von China nach Deutschland, die vielen Vorbereitungen und komplizierten Umstände haben mich erst einmal abgeschreckt.

Das Reisen in einer Kiste wollte ich dem armen Lucky nie wieder antun!

Ein Jahr später haben wir doch eine weitere Reise angetreten: Wir waren für ein paar Tage in den Niederlanden, sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren und haben in Hotels und Bed&Breakfasts übernachtet.

Der Urlaub war zwar schön, aber es war wieder sehr umständlich. In der Bahn musste Lucky in einer Tasche reisen, ich musste Unterkünfte zu finden, die Hunde erlauben.

Das benötigte einige Zeit an Recherche und die Kosten für den Hund im Hotel waren auch nicht gerade niedrig.

Mein Fazit dieser Reise: Reisen mit Hund in Öffis ist zwar möglich, aber leider umbequem und teuer. Eine andere Lösung musste her.

Vanlife: Nicht nur ein Hashtag, sondern eine Lebensweise 

Vanlife mit Hund im Mini-Camper. Mit dem Caddy ist man flexibel!
Vanlife mit Hund im Mini-Camper

Genauso begeistert wie ich von den Digitalen Nomaden war, wurde ich dann auch von den Leuten, die Vanlife machten.

Vanlife ist nicht nur modernes Campen oder ein Instagram-Trend, sondern eine riesige Bewegung von Menschen, die nach einer Alternative zu herkömmlichen Wohn- und Lebensformen suchen.

Vanlife steht für so vieles, was ich aus vollster Überzeugung unterstütze: 

Zum Einen der Minimalismus durch den begrenzten Raum in einem Camper.

Wer glücklich sein will, braucht nicht viel und wer nicht viel Platz hat, kauft sowieso automatisch weniger Kram und produziert somit auch weniger Müll.

Die Sachen, die ich in meinem Caddy spazieren fahre, sind das Nötigste, was ich zum Leben brauche. Wasser, ein paar Klamotten, etwas zu Essen, ein bequemes Bett, Strom- und Internetversorgung.

Zum Anderen ist es die Flexibilität beim Reisen. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist es schwer, entlegene Orte in der Natur zu erreichen.

Und das sind genau die, die mir am besten gefallen: Orte, an denen man seine Ruhe hat, wo man sich mit der Natur verbunden fühlt und wo man mit dem Hund Spaziergänge und Wanderungen machen kann.

Und wenn das Wetter schlecht ist, kann man einfach woanders hinfahren! Ein Blick auf die Regenradar-App und schon weiß man, wo man beim nächsten Spaziergang trocken bleibt. 

Der Traum vom Reisen mit Hund im Mini-Camper

Hunde lieben das Vanlife: die Hundehütte ist immer dabei
Lucky im Camper bei offener Heckklappe

Nicht zuletzt ist es aber die ideale Lösung für mich, um mit meinem Hund zu reisen, weil ich seine Hundehütte immer dabei habe.

Lucky hat seinen eigenen Platz im Camper, eine bequeme weiche Decke und immer Zugang zu frischem Wasser und seinem Fressen.

Außerdem habe ich alle wichtigen Dinge für ihn dabei: Leinen, Näpfe, Futter, Hundebürste, Hundeshampoo, Spielzeug und Leckerlis, Hundehandtuch, Haarschneider, Impfausweis, usw.

Der Camper bietet ihm Schutz vor Regen und Kälte und wenn die Sonne knallt, ist sein Lieblingsplatz unter dem Caddy, wo es schön schattig ist. 

Vanlife mit Hund im Caddy - ein Hundeparadies
Für Hunde ist Vanlife ideal

Was Lucky aber besonders mag, sind die vielen Spaziergänge und die Nähe zur Natur.

Er liebt es, draußen zu sein, neue Gerüche zu erschnüffeln, neue Wege zu erkunden und mit mir kleine Abenteuer zu erleben.

Wenn wir unterwegs sind, sind wir automatisch viel mehr draußen und Lucky ist überall mit dabei. Nur ganz selten lasse ich ihn mal alleine.

Wenn ich mal schnell etwas im Supermarkt besorgen muss oder duschen gehe zum Beispiel.

In dieser Zeit wartet er im Auto und ich stelle davor sicher, dass das Auto im Schatten steht, bzw. gehe nach Sonnenuntergang einkaufen oder duschen, sodass keine Gefahr durch Überhitzung für ihn entstehen kann. 

Für mich ist die Kombination von Digitalem Nomadentum und Vanlife die ideale Lösung, um mit meinem kleinen Lucky die Welt erkunden zu können und ganz viel von dem zu tun, was mir persönlich Freude bereitet.

Dazu gehört in erste Linie die Zeit mit Lucky, das Reisen, das Fotografieren und das Schreiben.

Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich mir das ganze mit meinem Online-Unterricht finanzieren kann, aber es ist wirklich nicht einfach, online Geld zu verdienen.

Ich habe seit Beginn meiner Entscheidung, den Traum der Digitalen Nomadin zu leben sehr viel über die Arbeit im Internet gelernt und unterschiedliche Arbeitsmodelle ausprobiert. 

Nichts für mich: Ein Angestelltenverhältnis in Deutschland 

Vanlife in der Stadt ist auch möglich
Spaziergänge in Berlin

Nachdem wir im Juli 2017 nach Europa zurückgekommen sind, habe ich mich zuerst für ein Zimmer in Berlin und eine Stelle als Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache an einer Fachhochschule entschieden.

Dass das nicht das richtige war, habe ich schnell gemerkt: ich mochte das Großstadtleben nicht mehr.

Der Verkehr und die ständige Motzerei meiner gestressten Mitmenschen haben mir zugesetzt, ich mochte das Angestelltenverhältnis nicht und vor allem mochte ich den langen dunklen deutschen Winter nicht.

Ich wurde oft krank und träumte weiter von Freiheit, Abenteuer und davon, meinen Traum leben zu können

Ich gab das erste Mal Geld für Online-Kurse aus und bildete mich fort zum Thema Online Marketing, Kurserstellung, Bild- und Videobearbeitung, WordPress, Social Media.

Ich verschlang jeden Kurs und jedes Hörbuch, das ich zum Thema Selbstverwirklichung und Online Business finden konnte und versuchte so viel wie möglich über digitale Produkte, Communities und Möglichkeiten, im Internet Geld zu verdienen zu lernen.

Ich begann zu meditieren, zu visualisieren und investierte meine ganze Zeit und Energie dafür, meinen Traum wahr werden zu lassen.

Meine Online-Selbstständigkeit

Am 16. August 2018 war es dann soweit: Ich machte mich selbstständig!

Ich schaltete mein italki-Lehrerprofil wieder online und begann, hauptberuflich in meinem WG-Zimmer in Berlin online Deutsch zu unterrichten. Und: Ich hüpfte vor Freude bei den ersten Buchungen!

Ich verdiente nicht viel Geld und lebte von meinen Ersparnissen, aber ich war glücklich, weil ich meinem Traum einen Schritt näher gekommen war. Ich blieb dabei und steckte meine ganze Energie in meinen neuen Job.

Seitdem ist viel Zeit vergangen und wenn ich jetzt zurückblicke, habe ich viel gelernt und schon viel ausprobiert: 

Ich habe…

  • 1080 Unterrichtsstunden für insgesamt 142 Schüler auf italki gegeben (Stand: Juni 2020)
  • den ersten Firmenkunden gewonnen und unterrichte seit einem Jahr Babbel Lessons und habe auch Unterrichts-Slides als Content Creator für meinen Lieblingskunden erstellt
Vanlife im Caddy Camper - Lucky ist ein richtiger Vandog geworden
Hund im Mini-Camper: Hundehütte auf Rädern
  • mein absolutes Herzensprojekt, mein Instagram über Lucky und unsere Reisen mit mittlerweile 1875 Followern und die dazugehörige Facebookseite ins Leben gerufen
  • ich wurde von einem britischen Sprachgenie und YouTuber gebeten, ihm mit seinem Online-Deutschkurs zu helfen und Unterrichtsmaterialien zu erstellen. Für ihn habe ich unterrichtet und Arbeitsblätter und Grammatikerklärungen ausgearbeitet.

Ich habe aber nicht nur Geld verdient, sondern auch viel Geld ausgegeben, um meinem Traum näher zu kommen.

Zu den ersten Investitionen gehörten ein neues Handy, ein neues Notebook, eine Spiegelreflexkamera, Domains und Hosting für meine Webseiten, das Divi-Theme für WordPress , eine Mitgliedschaft im Inner Circle der Digital Nomad Girls, (wenn du mehr über den Inner Circle erfahren möchtest, lies mal diesen Blogbeitrag) viele Online-Kurse und Hörbücher (Hier wird es bald eine separate Liste mit all meinen Empfehlungen geben).

Eine weitere Community, für die ich sehr dankbar bin, sind die Camper Nomads. Das sind eine Gruppe lieber Menschen, die in ihren Fahrzeugen leben und arbeiten und ihre Freiheit in vollen Zügen leben. Wie sie mich auf meinem Weg begleiten und welchen Mehrwert ich in ihrem Mitgliederbereich bekomme, habe ich in diesem Artikel berichtet.

Denn wer online arbeitet, sollte meiner Meinung nach auch gut dafür vorbereitet und ausgerüstet sein. 

Mein selbst ausgebauter Caddy Camper 

Ausbau des Mini Campers: Isolierung mit Armaflex
Der Ausbau meines Mini-Campers

Doch das allercoolste, was ich mir gekauft habe, ist natürlich mein Caddy, der Wal! Er hat mich 3700 Euro gekostet, ist 10 Jahre alt, hat ein Automatikgetriebe, ist ein geschlossener Kasten und als LKW zugelassen. 

Um in ihm wohnen und arbeiten zu können habe ich ihn zuallererst komplett ausgeräumt, Verkleidungen, Verkabelungen, Nieten, Schrauben und ganz viele Klebereste herausgeholt.

Dann habe ich mit selbstklebendem 19mm Armaflex und 6mm Armaflex den Boden, den Himmel und die Seitenwände isoliert, die Bodenplatte wieder hineingelegt und einen schönen PVC Boden draufgelegt.

Danach habe ich das hässliche aber praktische Metallgestell mit den Siebdruckplatten vom Vorgänger wieder eingebaut, mit Hilfe von meinem Vater ein Fußteil gebastelt und Löcher gebohrt, damit die Matratze atmen kann. 

Folgende nützliche Sachen habe ich für meinen Camper gekauft:

Einen Gasherd hatte ich noch zu Hause, ein bisschen Geschirr, meine Kaffeekanne und Kleidung habe ich in Kisten gepackt und schon konnte ich starten! 

Unsere ersten Reisen im Camper in ganz Deutschland

Vanlife mit Meerblick. Tolle Aussicht garantiert
Tolle Übernachtungsplätze mit Meerblick

Die ersten Reisen an den Bodensee, die Ostsee und die Nordsee haben wir schon hinter uns und ich muss sagen, dass Vanlife und die Ortsunabhängigkeit ein wahnsinnig schönes und abenteuerliches Gefühl von Freiheit mit sich bringen!

Ich habe meine Schüler auf dem Beifahrersitz mit Meerblick unterrichtet und habe morgens die Sonne über der Ostsee aufgehen sehen.

Wir sind in Glücksburg auf der Halbinsel Holnis gewandert, im Achterwasser auf Usedom geschwommen, wir haben schwimmende Reiterinnen am Strand von Sankt Peter Böhl beobachtet und unfassbar viel Schönheit kennenlernen dürfen.

An meinem 35. Geburtstag sind wir zum ersten Mal freigestanden, wir haben aber auch oft auf Campingplätzen oder Wohnmobilstellplätzen übernachtet. 

Wir haben viele Leute mit Wohnmobil oder mit dem Camper kennengelernt, dank Lucky komme ich immer schnell mit neuen Menschen ins Gespräch, weil er mit seinen Handständen und seinem süßen Aussehen immer wieder die Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Er ist der beste Reisebegleiter, den man sich wünschen kann! Er ist immer glücklich und liebt es, neue Orte zu erkunden. Er meckert selten und passt immer gut auf mich auf. 

Von unterwegs online arbeiten 

Das Solarpanel sorgt für Strom im ortsunabhängigen Business on wheels
Die Solarzelle lädt die Powerstation und Lucky passt auf

Durch meinen super Handyvertrag mit europaweit unlimitierten Daten, den ich mir mit zwei anderen Camper Nomads teile, habe ich fast überall eine gute Internetverbindung, sodass ich einfach einen Hotspot mit meinem Handy erstellen kann und mit meinem Notebook ins Internet kann.

Der Vertrag heißt Magenta XL Premium – In diesem Podcast der Campernomads gibt’s noch mehr Infos darüber.

Freizeitgestaltung als Digitale Nomadin: Spaziergänge am Strand
Am Strand von Sankt Peter Böhm an der Nordsee

Ich setze mich zum Unterrichten einfach auf den Beifahrersitz und schon kann es losgehen. Meinen Laptop lade ich mit meiner Powerstation auf, die sowohl USB Auflademöglichkeiten als auch 220V Steckdosen hat.

Und wenn gerade die Sonne scheint, kann ich sie auch mit meinem Solarpanel gleich wieder aufladen.

Wenn es bewölkt ist, kann ich aber auch den Zigarettenanzünder verwenden, um wieder Strom zu bekommen.

Somit bin ich komplett autark und kann überall arbeiten, wo ich Internetempfang habe. 

Träumst du davon deine Berufung zu finden? Lies meinen neuen Blogartikel mit dem Titel: Wie findet man seine Berufung?

Mein Fazit: Leben und Arbeiten von unterwegs ist wunderbar

Autark mit Solarzelle und Powerstation. Vanlife mit Hund ist wunderbar
Das Solarpanel macht uns autark

Zwar habe ich als Digitale Nomadin noch nicht viel Geld verdient, aber dafür bin ich sehr reich geworden – an schönen Erfahrungen auf Reisen mit meinem lieben Lucky, an Wissen über die Arbeit im Internet und an vielen neuen Bekanntschaften mit Schülern aus aller Welt, die mir jeden Tag interessante Lebensgeschichten erzählen.

Ich habe auch neue Freundschaften mit anderen Digitalen Nomaden geschlossen und viele Kontakte geknüpft.

Außerdem haben wir einige Camper auf Reisen kennengelernt, aber das schönste ist, dass ich durch meinen Wal die Möglichkeit hatte, gute Freunde in ganz Deutschland zu besuchen und langjährige Freundschaften zu pflegen. 

Mensch-Hund-Team: Ein Hund ist der beste Reisebegleiter im Vanlife
Ein Hund ist der beste Reisebegleiter im Vanlife

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