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Wie ich als Online-Lehrerin auf italki meinen Schüler*innen weltweit Deutschunterricht gebe

Gerade in der Coronakrise kann man die Vorzüge des Internets im Sprachunterricht gut nutzen: Es gibt Zoom, Skype, Google Hangouts und andere kostenlose Programme, mit denen man heutzutage Unterricht machen kann. Wie ich selbst Schüler*innen finde und sie unterrichte, möchte ich in diesem Beitrag erklären.

Was ist italki?

Von einer guten Freundin, die enthusiastisch online Sprachen lernt, habe ich von italki* erfahren. Italki ist eine Plattform, auf der sich Sprachenlehrer*innen anmelden und ihren Unterricht anbieten können. Um als professionelle*r Lehrer*in registriert zu werden, muss man Zeugnisse, Abschlüsse und Zertifikate nachweisen.

Ohne Lehrerausbildung geht es aber auch. Als “community teacher” kann man ebenfalls seinen Unterricht oder Konversationspraxis anbieten. Erfahrungsgemäß können ausgebildete Lehrer*innen aber mehr Geld verlangen.

Wie bewirbt man sich?

Zur Bewerbung gehört ein Vorstellungsvideo, in dem man sich und seinen Onlineunterricht vorstellt. Wird man angenommen, kann man sein Profil mit einem Foto und einem Vorstellungstext ausfüllen und seine Kurse anbieten. Zu den Kursen zählt die sogenannte Probestunde, die 30 Minuten dauert und in der sich Schüler*in und Lehrer*in kennenlernen können.

Ein professionelle*r Lehrer*in hat die Möglichkeit, mehr Kurse anzubieten als ein community teacher, aber ansonsten sind die Funktionen sehr ähnlich. 

Was verdient man auf italki? 

Die Währung der Webseite ist Dollar und ich habe (Stand März 2022) 2124 Unterrichtseinheiten und 229 Sprachschüler unterrichtet. Je mehr Erfahrung und gute Bewertungen man hat, desto höher kann man seinen Preis ansetzen. Es gibt 30, 45, 60 und 90 minütige Unterrichtseinheiten, die man anbieten kann.

Die Preise für die Unterrichtsstunden kann der Lehrer selbst festlegen. Ich erhöhe meine Preise stetig. Momentan verlange ich für 60 Minuten Unterricht 50$ -60$ je nach Art des Unterrichts. Konversationsstunden sind günstiger als Prüfungsvorbereitung.

Zu beachten gilt hier, dass italki 15% Gebühren einbehält. Für mich persönlich sind diese 15% aber tragbar, da italki sich um Dinge kümmert, die ich nicht selber machen will: 

Drei gute Gründe für italki

1. Man muss sich keine Schüler*innen suchen

Auf der Plattform gibt es jede Menge Sprachschüler*innen, die nach idealen Sprachlehrer*innen suchen. Als Lehrer*in ist man in der dankbaren Position, gefunden zu werden und nicht suchen zu müssen.

Jede*r Lehrer*in ist einzigartig und hat unterschiedliche Erfahrungen, Methoden und eine individuelle Lehrer*innen-Persönlichkeit. Und so wie jeder Topf einen Deckel findet, findet auch jeder Schüler seine*n ideale*n Sprachlehrer*in.

2. Man braucht sein Geld nicht einzufordern

Ein weiterer Vorteil ist, dass man sich nicht um die Bezahlung kümmern muss. Bei italki läuft es so, dass der*die Lernende Geld auf ihr Schülerkonto einzahlt und die Stunde im Moment der Buchung bezahlt. Nachdem der Unterricht gehalten und bestätigt wurde, wird das Geld automatisch auf das Konto der Lehrperson überwiesen. 

3. Man muss keine Termine planen oder Zeitzonen berechnen

Italkis Kalendertool ist eine prima Sache. Als Lehrer*in legt man seine Verfügbarkeit fest und die kann dann von den Schüler*innen gebucht werden. Die Lernenden sehen den Stundenplan des Lehrers in ihrer eigenen Zeitzone und können den Unterricht zum gewünschten Zeitpunkt buchen. So gibt es keine unnötige Rechnerei, Absprachen oder Verwirrung. 

Wie wird das Geld ausgezahlt?

Die Auszahlung des Betrags ist ebenso einfach. Es ist möglich, sich den Betrag zur Monatsmitte oder zum Monatsende auszahlen lassen möchte. Man wählt, ob man Paypal, Payoneer oder Alipay benutzen möchte.

Meiner Erfahrung nach hat Payoneer geringere Gebühren und bessere Umrechnungskurse als Paypal. Deswegen würde ich jedem*r neuen italki-Lehrer*in ans Herz legen, Payoneer* zu benutzen.  

Welche technischen Voraussetzungen muss man mitbringen?

Den Unterricht kann man nach seinen eigenen Vorlieben und den Wünschen der Schüler*innen gestalten. Viele Lernende nutzen gern zoom oder Skype. Es gibt aber auch den italki classroom, der auch super funktioniert.

Bei allen Varianten gibt es die Option, seinen Bildschirm zu teilen und so kann man während des Unterrichts digitale Materialien benutzen. Voraussetzung ist eigentlich nur eine stabile Internetverbindung, ein Mikrofon und eine Kamera. 

Unterrichtet man Gruppen, ist auf jeden Fall die Software „zoom“ empfehlenswert. Man kann dort sogenannte „breakout rooms“ erstellen und somit Partner- und Gruppenarbeiten ermöglichen.

Einziges Manko: Für Gruppenunterricht, der länger als 40 Minuten dauert, muss man die pro Version erwerben. Kostenfrei sind 1zu1 Konferenzen und Konferenzen mit mehreren Personen, die bis zu 40 Minuten dauern.

Welche Tools kann man benutzen?

Ich persönlich schwöre auf Google Docs oder Cryptpad. Für jede*n Schüler*in öffne ich ein neues Google Doc und nenne es bspw. “Deutsch Marta”. Ich stelle es so ein, dass es sowohl von den Lernenden als auch vom Lehrenden bearbeitet werden kann.

Jedes Mal, wenn ich mit Marta Unterricht habe, öffne ich wieder unser Dokument und ergänze es mit neuen Unterrichtsnotizen. So haben die Schüler*innen alle Unterrichtsnotizen auf einen Blick. Wenn Marta einen Text geschrieben hat, kann ich die Korrekturfunktion benutzen, um ihn zu korrigieren. 

Welche Materialien benutzt man im Online-Unterricht?

Unterrichtsmaterialien gibt es unzählige. Man kann digitale Texte im Internet lesen, YouTube Videos nutzen, Bilder beschreiben, aktuelle Geschehnisse diskutieren oder auch gemeinsam mit den Lernenden ein traditionelles Lehrwerk durcharbeiten.

Dabei ist es immer hilfreich, mit den Schüler*innen klare Ziele festzulegen, um darauf hinarbeiten zu können. Viele meiner Schüler*innen möchten eine Prüfung bestehen und so sind auch die Erfolge einfach messbar. Am besten fragt man die Lernenden in der Probestunde, welche Wünsche und Vorstellungen sie vom Unterricht haben. 

Welche Lehrwerke zu empfehlen sind

Auch hier gehen die Meinungen natürlich auseinander. Für eine*n selbstdisziplinierte*n Sprachenlerner*in empfehle ich meistens Bücher, die gut für das Selbststudium geeignet sind.

Der Schubert Verlag hat eine Reihe, die sich nicht auf kommunikativen Unterricht, sondern in erster Linie auf Grammatik, Lesen und Hören konzentriert. So hat der Schüler die Möglichkeit, hauptsächlich alleine zu lernen und mit mir im Online-Unterricht auf die mündliche Sprache zu fokussieren. Begegnungen A1, Begegnungen A2, Begegnungen B1*.

Die Übungsgrammatiken vom gleichen Verlag kann ich auch wärmstes empfehlen. A-Grammatik*, B-Grammatik*, C-Grammatik*

Aber auch viele andere Verlage haben tolle Lehrwerke und viele davon gibt es auch als digitale Lehrwerke. Schaut einfach bei Klett, Hueber, Cornelsen, Langenscheidt, Schubert, usw. auf den Webseiten nach.

Wie bekommt man mehr Sprachschüler? 

Die Schüler*innen können nach dem Unterricht eine Bewertung und einen Kommentar hinterlassen, wie ihnen der Unterricht gefallen hat.

Ich bemühe mich in jeder Unterrichtsstunde meinen Lernenden den maximalen Mehrwert zu bieten, sie üben und sprechen zu lassen, all ihre Fragen zu beantworten und ihnen die Unterstützung mit Tipps und Ratschlägen zu geben, die sie brauchen.

Gut zuzuhören und mit einer positiven Energie in und aus dem Unterricht zu gehen ist das A und O.

Wenn ich nach dem Unterricht eine positive Bewertung und Dankbarkeit auf meinem Lehrerprofil finde, hat sich für mich die Bemühung gelohnt und es ist meine Visitenkarte, um neue Schüler*innen zu finden. 

Pausen, Mausarm und Rückenprobleme

Durch die ungewohnte neue Arbeitsposition und -weise kann es schnell mal zu Verspannungen oder Überforderung kommen. Deswegen empfehle ich, maximal fünf Stunden pro Tag zu unterrichten und Badezimmer- und Snackpausen einzuplanen. Es ist wichtig, ausreichend zu trinken und sich zwischendurch mal zu bewegen.

Gegen Rückenschmerzen habe ich ein Wundermittel entdeckt! Ein sogenanntes Ballkissen*, ein mit Luft gefülltes Sitzkissen. Es hält die untere Wirbelsäule flexibel und dadurch verringert sich die steife Haltung und die Schmerzen. Den schmerzhaften Mausarm vermeide ich, indem das Touchpad benutze und eine möglichst entspannte Haltung einnehme.

Mein YouTube Video

In diesem YouTube Video stelle ich italki noch detaillierter vor und zeige mein Lehrerprofil, meine Kurse, meine Preise, meine Abhebungen und auch die Nutzung als Schüler*in: 

Online Geld verdienen mit Sprachunterricht auf italki – mein Erfahrungsbericht und Tutorial für Sprachlehrer*innen

Meine persönliche “offline” Erfahrung

Ich habe viele Jahre an chinesischen und deutschen Hochschulen Deutsch unterrichtet und meine Studis auf ihre Prüfungen für den Hochschulzugang vorbereitet. Ich bin vertraut mit allen Niveaustufen, vielen Lehrwerken, den meisten Grammatikregeln, unterschiedlichen Prüfungsformaten und der modernen Fremdsprachendidaktik.

Mein Zertifikat Deutsch als Fremdsprache habe ich in einer dreisemestrigen Zusatzausbildung an der Uni Konstanz erworben. Es gibt aber auch viele andere Möglichkeiten wie man DaF-Lehrerin werden kann, z.B. bietet das Goethe-Institut Fernstudienkurse an. 

Mein Weg in die Onlinewelt

Als ich 2018 entschied, mich online selbstständig zu machen, hatte ich schon eine Weile recherchiert und ausprobiert, was ich tun könnte. Meinen Beruf und Expertenstatus mit in die Onlinewelt zu nehmen erschien mir das einfachste und logischste in diesem Moment.

Denn der Online-Unterricht gewinnt immer mehr an Bedeutung und meine Schüler*innen lieben die Möglichkeit, bequem von zu Hause, nach Feierabend oder in der Mittagspause am Computer oder Tablet Deutsch lernen zu können.

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